Vivid Journal
Moodboard als Kompass
Ein Moodboard ist kein Stimmungsbild, sondern die Richtung vor jedem Design.
Stell dir eine Gründerin vor, die gerade ihre erste Produktcharge fertig hat und jetzt seit Stunden durch Inspirationsbilder scrollt, hunderte tief, und trotzdem keinen Schritt weiter ist als vorher. Genau das passiert, wenn ein Moodboard fehlt: zu viel Input, keine Struktur. Ohne Filter wird aus Inspiration schnell Überforderung, und jede Designentscheidung danach wird zur Einzelfallentscheidung statt zu durchdachter Markenkommunikation.
Ein Moodboard ist kein Nice-to-have, es ist das Werkzeug, das Stil, Farben, Bildsprache und Typografie zu einer Linie bündelt, bevor überhaupt ein Etikett entsteht.
Drei Fragen vor dem ersten Pin
Bevor du auch nur ein Bild pinnst, brauchst du Antworten auf drei Fragen.
Wofür steht dein Produkt?
Welches Gefühl soll bei jemandem entstehen, der die Flasche zum ersten Mal in der Hand hält?
Und welche drei Worte beschreiben deine Marke wirklich, nicht wie du gerne wärst, sondern wie du bist.
Natürlich, ehrlich, ruhig.
Oder laut, mutig, unkonventionell.
Schreib dir diese Worte auf. Sie sind der emotionale Kern von allem, was danach kommt.
Vom Gefühl zum Bild
Erst dann wird es visuell. Suche nach Bildwelten, die zu diesem Gefühl passen, nicht nach fertigen Verpackungsdesigns. Du suchst keine Vorlage für dein Etikett, du sammelst Stimmungen: Texturen, Lichtstimmungen, Farbkombinationen, die Haptik von Papier, die Art, wie andere Marken mit Weißraum umgehen.
Dann kommt der unbequeme Teil: aussortieren. Geh dein gesammeltes Material durch und frag dich, welche fünf bis zehn Bilder deine Werte wirklich transportieren. Welche Farbkombination taucht immer wieder auf, ganz ohne dass du bewusst danach gesucht hast? Gibt es eine klare Linie, clean, roh, verspielt, oder ist es noch ein Sammelsurium? Weniger ist hier mehr. Eine klare Auswahl schlägt jedes Mal ein überladenes Board.
Was am Ende dabei rauskommt
Was daraus entsteht, kann digital in Figma oder Milanote sein oder analog auf dem Küchentisch mit ausgedruckten Bildern, Farbmustern und, wenn du magst, tatsächlichen Materialproben deiner Verpackung. Gerade bei Produkten, die man anfasst, schmeckt oder riecht, lohnt sich das Haptische. Am Ende brauchst du fünf bis zehn Bilder, eine Farbpalette mit Hex-Codes, ein bis zwei Schriftarten und, falls relevant, Texturen oder ein Key Visual, das auf einen Blick zeigt, wie sich deine Marke anfühlen soll.
Und dann, das ist der Teil, der oft vergessen wird, nutzt du es tatsächlich. Als Entscheidungshilfe für Farb- und Schriftwahl, für Social-Media-Grafiken, für dein Packaging, für jedes Briefing an eine Designerin oder einen Fotografen. Ein Moodboard, das nach der Erstellung in der Schublade verschwindet, war nur eine hübsche Fingerübung. Eines, das du bei jeder Entscheidung wieder rausholst, wird zu deinem visuellen Kompass.
Moodboard als Kompass
Das Moodboard ist kein Deko-Tool. Es ist deine visuelle Markenstrategie auf einen Blick, und der Punkt, an dem sich zeigt, ob deine Marke wirklich eine Linie hat oder nur eine Ansammlung schöner Ideen ist.
Wenn du das Gefühl hast, allein nicht aus dem Pinterest-Loch rauszukommen:
Lass uns in einem Discovery Call draus Klarheit machen.




